• Ida Katnic

Landesweiter Lockdown bis 30. April verlängert

Präsident Ramaphosa beschwört sein Volk zusammen zu halten und gegen das Virus

zu kämpfen


Aktuelle Zahlen:

Laut der John Hopkins Universität gibt es nach aktuellem Stand vom 10. April um 9 Uhr, 1.934 Infizierte, 95 Genesene und 18 Tote in Südafrika.


Bewegende Rede des südafrikanischen Präsidenten

Am 9. April 2020, hielt Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa am Abend erneut eine Ansprache und verkündete neue Strategien und eine Verlängerung des Lockdowns. Ihm sei klar, dass die Maßnahmen schwere Folgen für die Bevölkerung nach sich zögen. Daher bedankt sich der Präsident persönlich bei allen Menschen, die diese Maßnahmen verstanden und akzeptiert haben. „Wir müssen die Pandemie zusammen

bekämpfen“, sagt er. Dabei spricht er nicht nur seine Landsleute an, sondern

auch die Mitglieder der verschiedenen Parteien im Parlament, die in diesen

Tagen zusammenhalten und gemeinsam Strategien entwickeln.


Drastische Entwicklung der Pandemie weltweit

Als er vor rund zwei Wochen den landesweiten Lockdown angekündigt hat, gab es,

so Präsident Ramaphosa weltweit rund 340.000 Corona-Infizierte. Nun, erklärt er,

seien es inzwischen 1,5 Millionen und über 90.000 Tote. In manchen Ländern würden

die Gesundheitssysteme ihre Kapazitäten erreichen. Diese Entwicklung habe ihn

darin bestärkt, dass die Entscheidung den landesweiten Lockdown zu beschließen, eine notwendige Maßnahme für Südafrika gewesen sei. Ferner stehe man erst am Anfang eines „monumentalen Kampfes“ gegen das Corona-Virus. Die Maßnahmen müssen weiterbestehen, denn sich auszuruhen und nachzulassen, wäre ein Fehler. Vielmehr müssen man auf die Erfahrungen anderen Ländern schauen und von ihnen lernen.




Verlängerung des Lockdowns

„Wenn wir den Lockdown zu früh und zu abrupt beenden, riskieren wir einen massiven und unkontrollierbaren Wiederanstieg der Krankheit“, sagt Cyril Ramaphosa. „Ich stehe diesen Abend vor Ihnen, um die zu fragen und vielmehr zu bitten, diesen Zustand noch länger mitzutragen“, sagt der Präsident in seiner bewegenden Rede weiter. Er bitte alle, noch größere Opfer zu bringen, um damit Tausende Leben zu retten. Daher haben er und seine Regierung beschlossen, den landesweiten Lockdown um weitere zwei Wochen bis zum 30. April 2020 zu verlängern. Natürlich sei ihm bewusst, dass dieser Zustand schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft habe, aber alle wünschen sich, dass sie wieder weitergehe, wenn das Virus vorbei sei. „Wir wollen, dass die Menschen wieder zur Arbeit gehen, dass die Kinder wieder die Schulen besuchen und wir uns alle wieder frei hinbewegen können“, sagt er. Aber momentan müsse man noch weiterhin runterfahren, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.


Strategie in drei Bereichen:

Präsident Ramaphosa erklärte, dass es drei Bereiche geben, um die man sich jetzt verstärkt kümmere.

  1. Unterstützung des öffentlichen Gesundheitswesens, um die Infektion zu verlangsamen.

  2. Ein Hilfspaket für eine wirtschaftliche Unterstützung von Einzelpersonen und kleinen Unternehmen zur Verfügung stellen.

  3. Ein soziales Programm bereitstellen, um die Armen und gefährdeten Haushalte zu schützen.


Mehr Corona-Tests

Präsident Ramaphosa erklärt, dass durch die Abriegelung, der tägliche Anstieg der Infektionen von 42% auf "etwa 4%" zurückgegangen sei. Das Ziel in den nächsten Wochen sei es, mehr Tests durchzuführen, vor allem in gefährdeten Bereiche und Regionen. Sollte jemand positiv getestet worden sein, werde er isoliert und man versuche ihm so gut wie möglich zu helfen. Niemand, betont er, solle Angst davor haben, aufgrund eines positiven Tests diskriminiert zu werden. Sollte die erkrankte Person selbst keine Möglichkeit haben, sich zu isolieren, will man Möglichkeiten einer Unterbringung schaffen. Südafrika werden mit Telefongesellschaften zusammenarbeiten, um eine Übersicht der positiv auf Corona getesteten Menschen zu erhalten und Personen, die mit ihnen in Kontakt standen.


Reaktionen auf die Maßnahmen des Präsidenten

Die BBC-News vom 10. April 2020 betitelt ihren Artikel mit „Coronavirus in Südafrika: Die Flaute vor dem Tsunami?“ In dem Text werden Ärzte und Experten zitiert, die diese Phase in Südafrika als „die Ruhe vor dem Sturm“ bezeichnen. In vielen Krankhäusern und Kliniken bereite man sich auf den großen Ansturm vor – Betten werden bereitgestellt und geräumt, nicht dringende Operationen verschoben, die Krankenwagen aufgerüstet und mit dem Klinikpersonal der Ernstfall geprobt. Aber es gebe keinen Anstieg der Einweisungen. Vor fünf Wochen habe es den ersten Corona-Infizierten in Südafrika gegeben. Dann sei die Zahl kurz abgeflacht und habe sich momentan auf durchschnittlich 50 am Tag eingependelt. Einige Experten vermuten allerdings, dass sie Dunkelziffer höher liege, da sich nicht alle testen ließen. Es habe auch schon einige bestätige Fälle in Townships gegeben und manche Experten gehen davon aus, dass sich die Situation hier noch dramatisch ändern könnte. Durch den Lockdown und die wirtschaftliche Lage im Land können es zu einem „ein Gefühl eines Vakuums“ kommen. Viele Menschen fürchten um ihre Existenz und seien von Armut gedroht.

In einem Artikel der südafrikanischen Webseite IOL-News vom 10. April 2020, sprich Chef-Marktstatege Hussein Sayed davon, dass die Welt nach dem Corona-Virus nicht mehr dieselbe sein wird. Er bezeichnet die Lage als „Apokalypse des Einzelhandels.“ Viele Geschäfte, Kneipen, Restaurants, Bars, Kinos könnten danach für immer schließen, prophezeit er. Die Zahl der Arbeitslosen würde steigen und die Gehälter sinken.


Rückholmaßnahmen weiter im Gange

Der deutsche Botschafter Martin Schäfer bemüht sich weiterhin, deutsche Urlauber innerhalb der nächste zwei Wochen aus dem Land ausfliegen zu lassen. Informationen gibt es unter der Telefonnummer: +27 12 428 9876, Email: corona-anfragen@pret.diplo.de.

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© 2020 by Hanni Heinrich.

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