Johannesburger Wildtierklinik rettet Pangoline

Eine Wildtierklinik in Johannesburg kämpft gegen das Aussterben der Pangoline.


Pangoline, auch bekannt als Schuppentiere oder “wandelnde Kierfernzapfen” sind einzigartige Tiere. Und leider sehr begehrt. Ihre Schuppen sind in der asiatischen Medizin, aber auch in der afrikanischen heiß begehrt. Zu Pulvern vermahlen dienen sie in der traditionellen chinesischen Medizin als Wunderheilmittel. Man glaubt dort, dass die pulverisierten Schuppen für die Milchbildung bei Müttern, die Linderung der Beschwerden bei Rheuma- und Arthritis oder als Potenzmittel helfen – doch wie das Horn von Nashörnern bestehen auch sie „nur“ aus Keratin, dem gleichen Material wie unsere menschlichen Fingernägel.


Wenn ein Pangolin Gefahr wittert, rollt es sich zur Kugel zusammen. Das kann ihnen zum Verhängnis werden, denn Wilderer können sie so ganz einfach vom Boden aufheben. Deshalb ist das Pangolin sogar noch weit vor dem Nashorn das weltweit am häufigsten gewilderte und illegal gehandelte Tier.

Schutzstationen sind nötig, um die Tiere vor dem Aussterben zu retten.


Anlässlich des Welt-Pangolin-Tages am 20. Februar kündigte die britisch-südafrikanische Bank Investec mit Hauptsitz in London und Johannesburg Pläne zur Finanzierung und Unterstützung der ersten Tierstation in Südafrika speziell für Pangoline in Zusammenarbeit mit dem Johannesburg Wildlife Veterinary Hospital (JWVH) an.


Das JWVH ist eine reine Wildtierklinik und derzeit die einzige Einrichtung, die von der südafrikanischen Regierung beauftragt wurde, Pangoline langfristig zu behandeln und zu rehabilitieren.


Während der illegale Wildtierhandel eine globale Krise darstellt, ist Südafrika aufgrund der Artenvielfalt und des großen Wildtierbestandes des Landes zu einem globalen Hotspot für Wilderer- und Schmugglersyndikate geworden. Weltweit erwirtschaften diese illegalen Aktivitäten jährlich etwa 23 Milliarden Dollar, was den illegalen Wildtierhandel zur viertprofitabelsten kriminellen Aktivität weltweit macht, die jedoch als Finanzverbrechen nicht so bekannt ist. Pangoline werden weit vor dem Nashorn weltweit am häufigsten gewildert

In Afrika werden Tierarten wie Nashorn, Löwe, Elefant und Schuppentier bis zur Ausrottung gejagt. Schuppentiere werden wegen ihrer Schuppen, die in der traditionellen Medizin verwendet werden, und für den Buschfleischmarkt gejagt.


Das Schuppentier ist derzeit das am meisten gehandelte nicht-menschliche Säugetier der Welt. Im Jahr 2019 wurden 97 Tonnen Schuppen aus Afrika geschmuggelt, was etwa 160.000 Schuppentieren entspricht", sagt Nicci Wright, Direktorin und Mitbegründerin des Johannesburg Wildlife Veterinary Hospital. Sie ist ebenfalls Spezialistin für die Rehabilitation von Wildtieren und weiß wie sie die Tiere an ihren neuen Lebensraum in dem Reservat heranführt.


Sobald sich die rehabilitierten Pangoline an ihre neue Umgebung gewöhnt haben, werden die Schuppentiere mit Satellitensendern versehen und weiterhin rund um die Uhr von einer Anti-Wilderer-Einheit und einem Naturschutzteam überwacht, um ihr überleben zu sichern.


Ein Pangolin sucht nach seiner Lieblingsmahlzeit: Ameisen oder Termiten.
Ein Pangolin sucht nach seiner Lieblingsmahlzeit: Ameisen oder Termiten.

Das Wildtier-Krankenhaus hat sich durch die Entwicklung von speziellen Behandlungsprotokollen für diese Tiere als weltweit führend auf dem Gebiet der tierärztlichen Behandlung und Rehabilitation von Schuppentieren etabliert.


Die JWVH-Einrichtung hat seit ihrer Eröffnung im März 2017 bereits über 130 Schuppentier-Patienten behandelt. Und zusammen mit der African Pangolin Working Group (AWPG) beaufsichtigt das JWVH die Freilassung und die Überwachung aller Schuppentiere, die aus der Klinik entlassen werden.


“Wir behandeln alle kleinen und mittelgroßen einheimischen Wildtiere kostenlos und sind daher ausschließlich auf die Unterstützung unserer Gemeinde und Unternehmenssponsoren wie Investec angewiesen, um unser Krankenhaus zu finanzieren", fügt Wright hinzu.

Jedes Pangolin zählt

Dank dieser Unterstützung und der Expertise der Mitbegründerin und leitenden Tierärztin Dr. Karin Lourens und ihres Teams konnte das JWVH seine Behandlungs-, Rehabilitations- und Auswilderungsrate in den letzten vier Jahren von 50 auf 80 Prozent steigern.


Die finanzielle Unterstützung von Investec wird auch dazu beitragen, die Klinik mit den neuesten Geräten auszustatten, darunter eine OP-Leuchte, ein Sauerstoffgenerator, ein Untersuchungstisch und ein Röntgengerät, die notwendig sind, um diese vom Aussterben bedrohten Säugetiere zu behandeln und ihnen eine optimale Pflege zu bieten.


Ray Jansen, Vorsitzender der African Pangolin Working Group (APWG)sagt: „Jedes einzelne Schuppentier zählt“, sagt auch de Vos. „Wenn Du nicht eins nach dem anderen rettest, werden sie irgendwann verloren sein.“

Heißer Tipp: Die Rehabilitation von Schuppentieren ist zwar ein intensiver und kostspieliger Prozess, aber die Rettung einer Art ist unbezahlbar. Jeder Betrag, den Du spenden kannst, wird aufrichtig geschätzt. Weitere Infos findest Du auf der JWVH-Homepage.

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