Maria Tanck und die südafrikanische Lebensfreude

Weil sie nicht mehr in Kapstadt bleiben konnte, holte sie Kapstadt zu sich. Maria Tanck hat green planet COSMETICS gegründet und nutzt für ihre Produkte südafrikanische Zutaten.


1. Erkläre uns in einem kurzen Absatz was du machst.

Im Moment greife ich nach den Sternen und versuche meinen Träumen ein Stück näher zu kommen. Mein frisch gegründetes Start-up green planet COSMETICS wird mir hoffentlich dabei helfen ein, zwei dieser Ziele zu verwirklichen. Glücklicherweise kann ich trotz Corona-Krise online weiter arbeiten.


Maria Tanck, Gründerin von green planet COSMETICS

2. Wie bist du zu dieser Arbeit gekommen?

Kapstadt stole my heart. Die Mother City hat nicht gefragt und ich wurde nicht gewarnt, es ist einfach passiert. Da ich aus Visa Gründen nicht im Land bleiben durfte, habe ich beschlossen ein Stück Kapstadt nach Europa zu bringen, to spread the love of traditional african skin care, also um Afrika um mich herum und auf meiner Haut zu fühlen.


Als meine Verlängerung der Arbeitserlaubnis zum zweiten Mal abgelehnt wurde, war ich nicht nur pleite, sondern auch mental echt am Ende. Ich musste meine Taschen packen, durfte mich von meinem Partner und Freunden verabschieden und auf direktem Wege zurück nach Deutschland fliegen. Was ich damals schon wusste, war die kleine Grauzone des Geldverdienens. Solange ich mein Geld nicht aus Arbeit in Südafrika verdiene, durfte ich da sein. Damals habe ich als Visagistin und Stylistin für die Filmindustrie in Kapstadt gearbeitet. Ich habe überlegt, was ich machen kann, um in Südafrika zu bleiben.



Maria in Kapstadt

Da ich mich schon immer gerne mit der natürlichen Kosmetikherstellung beschäftigt habe, wurde beim Hobby zum Beruf. Heute biete ich meine Lieblings-All-In-One-Hautpflegeprodukte aus Südafrika europaweit, online an. Mir ist es wichtig meiner Herzens-Stadt ein bisschen Dankbarkeit zurückzugeben, was sich bei mir so äußert, dass ich meine Produkte südafrikanischen Betrieben abkaufe, die sich für den Erhalt dieser traditionellen Gewächse einsetzten und darauf achten, dass wir auch in Zukunft von diesen wunderbaren Superfruits profitieren. Ich hoffe, dass mein Start-up irgendwann zu einem gestandenen Unternehmen heranwächst und ich einen Teil der Erlöse ausgewählten, lokalen Projekten zukommen lassen kann und ich es mir dann nicht nehmen lassen werde den Geldbetrag persönlich zu überreichen und direkt mit anzupacken. Ohne Witz, ich freue mich jetzt schon auf diesen Tag!

Cape Town is where my soul feels home and at ease the most.

3. Und wie genau hat dich Kapstadt bei deinen Entscheidungen beeinflusst?

Zu diesem Thema könnte ich ein ganzes Buch verfassen. Keine Bange, ich werd's euch ersparen und versuchen mich kurzzufassen, (lacht). Bevor ich nach Kapstadt gekommen bin, habe ich in London gearbeitet. Ich hatte einen typischen 24/7 Lifestyle. Keine Frage, ich habe meinen damaligen Job geliebt und gelebt. Aber irgendwann war ich nur noch ein Schatten meiner Selbst. Ich habe nicht mehr gelebt, sondern nur noch existiert und versucht zu überleben. Ich musste ganz dringen etwas ändern. Und ich habe das Steuer in die Hand genommen. Geplant war Australien, geworden ist es Südafrika. Und das war genau richtig so. Hier habe ich sehr schnell gelernt einfach mal zu sein und nicht ständig die Zeit kontrollieren zu wollen und durch getaktete Wochen zu hetzen. In diesem Ruhezustand war es mir das erste Mal möglich, mein Inneres zu hören und noch wichtiger, herauszufinden was mir im Leben eigentlich wichtig ist und worauf ich getrost verzichten kann. Als mir das bewusst wurde, saß ich gerade in Bloubergstrand, das aufbrausende Meer und den Tafelberg im Blick. Ich werde das nie vergessen.


4. Was sind die häufigsten Irrtümer über Kapstadt?

Mm, gute Frage. Habe ich mir tatsächlich noch nie Gedanken drüber gemacht. Ich bin damals einfach hin, habe den Kontrollzwang über Bord gehen lassen und habe ohne große Erwartungen alles einfach auf mich zukommen lassen. Bis heute die beste Entscheidung meiner Zwanziger.


5. Was muss jeder in Kapstadt sehen und machen und was kann man sich sparen?

Mein ganz persönlicher Tipp: lasst den Reiseführer und eure To-do-Liste in der Tasche and go out to explore. Das schönste an Kapstadt ist, man kann alles machen, außer Ski laufen. Ob wandern, Trailrunning, Yoga, local shopping, Weinprobe, Surfing, SUP'ing, gemütlich am Strand herumhängen oder Abends ausgehen, für jeden ist was dabei und von der kulinarischen Vielfalt ganz zu schweigen! Wirklich, macht wonach euch ist, wann euch danach ist, lasst es zu und ihr werdet nicht enttäuscht werden. Lasst euch von ihrer einzigartigen Atmosphäre verzaubern.

"Lasst den Reiseführer und eure To-do-Liste in der Tasche and go out to explore."

6. Eine Frau zu sein bedeutet für mich… (das du stark bist, wissen wir und das ist gegeben)

Frau zu sein ist so vielschichtig und vielseitig. Ein Kunstwerk. Einzigartig. Ich liebe es und bin dankbar in einer Zeit und an Orten zu leben, wo ich dies ohne Scheu ausleben darf und obendrauf ermutigt werde genau das zu tun.

Sei dankbar und um Gotteswillen genieße JEDEN Tag

7. Was würdest du anderen Frauen ans Herz legen, die an innerer Stärke gewinnen und sich auch selbständig machen möchten?

Okay, folgendes lege ich jedem ans Herz ob Entrepreneur oder nicht.

  1. Findet eine Tätigkeit, wofür ihr brennt und baut euren Job drumherum. Das ist nicht immer leicht. Eigentlich ist es verdammt schwer, darum machen es ja so wenige.

  2. Es gibt genügend Jobs und gute Leute werden immer gebraucht, sollte eurer Plan, eure Idee nicht beim ersten Anlauf aufgehen, ist das ok. Das ist Teil des Findungsprozesses und passiert selbst Menschen wie Jeff Bezos. Auch der reichste Mann der Welt hat mal klein angefangen. Ihr könnt ja jederzeit wieder in die Corporate Welt zurückkehren, sollte die Selbstständigkeit doch nichts für euch sein.

  3. Lasst euch von niemanden sagen, dass etwas nicht geht und das ihr etwas nicht könnt! Niemand kann das beurteilen außer ihr selbst. Wenn das der Fall wäre hätten wir heute weder Licht noch Autos, vom Handy und Internet ganz zu schweigen.

  4. Bleibt willensstark, haltet durch (!!), bleibt aber trotzdem flexibel. Wenn es mit dem Kopf durch die Wand nicht gehrt, nehmt das Fenster oder die große Eingangstür, die sowieso schon offen steht.

  5. Stellt euch mal vor: Wenn ihr morgen von einem Bus überfahren werdet und halb tot auf der Straße liegt, denkt ihr euch dann: „Mensch, hätte ich mal noch mehr Überstunden gemacht für den Job, den ich noch nicht mal leiden kann.“ oder ist der Tenor eher so: „Sch**** hätte ich einfach mal XYZ gemacht, ich hätte es einfach tun sollen!“ Es klingt schlimm, ist aber sehr simpel, um herauszufinden, was einem wirklich wichtig ist. Und sind wir mal ganz ehrlich, wirklich bereuen tun wir doch meist die Dinge, die wir nicht gemacht haben, oder?


8. Was war der beste Rat, den du jemals bekommen hast?

Genau das, was ich gerade gesagt habe. Ein anderer wirklich guter Rat war: Kaufe niemals etwas im Schlussverkauf oder weil es gerade runtergesetzt ist, was du nicht auch zum vollen Preis kaufen würdest. Das hat mir viel Geld, Platz und Müll erspart.


9. Wenn du eine Nachricht zu dir als Kind zurückschicken könntest, was würdest du sagen?

Lass dir von niemanden sagen, dass etwas nicht geht und das du etwas nicht kannst! Gib niemals auf, deine Träume zu erreichen. Fang immer bei dir selbst an und versuche jeden Tag die beste Version deiner Selbst zu sein. Wenn es mal nicht klappt, ok. Versuch's morgen wieder. Sei gut zu dir und deinem Körper, du hast nur diesen einen, seid ein Team, bis zum letzten Tag. Sei nett zu Tieren, deinen Mitmenschen und unserem Zuhause und lass Liebe in dein Leben. Sei dankbar und um Gotteswillen genieße JEDEN Tag. Auch die doofen Tage haben irgendwas Gutes, auch wenn du es jetzt noch nicht siehst.


10. Was ist dein Lieblingszitat?

Dream like you'll live forever and live like you'll die today. Von James Dean


11. Ok, eine letzte Frage: Erzähl uns was, was uns umhaut!

Du willst bestimmt, dass ich das Nähkästchen aufmache, was? Nix da.

Ok, eine Sache kann ich teilen, die du so vielleicht nicht erwartet hättest. Wäre ich in Kapstadt aufgewachsen würde ich sehr wahrscheinlich Weiße Haie erforschen und in freier Wildbahn Seite an Seite mit ihnen schwimmen. Diesen Traum werde ich mir eines Tages noch erfüllen. Du bist dann eine der Ersten der ich Bildmaterial schicke ;-)


Heißer Tipp: Du möchtest naturbelassene Seife, die die Haut in ihrer natürlichen Funktion unterstützt und ein Austrocknen verhindert? Dann kannst du mit Maria von green planet COSMETICS Kontakt aufnehmen.

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© 2020 by Hanni Heinrich.

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