• Ida Katnic

Südafrikaner lachen, tanzen und singen gerne

Südafrikas Musikkultur ist so vielfältig und bunt wie die Menschen selbst


Die Südafrikaner haben den Rhythmus im Blut. Sie sind ein feier-freudiges Volk und lachen, tanzen und singen gerne. Beeinflusst ist die südafrikanische Musik durch Einflüsse aus dem Jazz, Gospel, Reggae und Blues. Die Musikszene hat hier eine lange Tradition mit Künstlern wie der „Pata Pata“-Sängerin Miriam Makeba, der Band „Mango Groove“ und Jazzmusikern wie Abdullah Ibrahim und Hugh Masekela. Heutzutage begeistern Sänger wie „Jeremy Loops“ und Musiker von „Freshlyground“ und „Goldfish“ das Publikum mit modernen Soul- und Popsounds. Große Musikhighlights sind zum Beispiel das Internationale Jazz-Festival und die Sommerkonzerte im Botanischen Garten Kirstenbosch in Kapstadt. Im ganzen Land finden weitere kleine und große Festivals mit unterschiedlichsten Musikrichtungen statt.


Diese Lieder sind Ohrwürmer:


  1. „Pata Pata“- Song von Miriam Makeba

  2. „Gimme hope Jo´anna“ von Eddy Grant

  3. „The Lion Sleeps Tonight“ von Ladysmith Black Mambazo


Der Tanz-Song

In dem Lied „Pata Pata“ besingt die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba den gleichnamigen Tanz, der in den 1950er-Jahren in Südafrika sehr populär war.

Makeba stammt von den Xhosa ab. In dem Lied, dass auch überwiegend in Xhosa gesungen ist, hört man die für das Volk bekannten Clicksounds. Das Lied ist der größte Hit der Sängerin. Es landete 1967 in den USA auf Platz 12 und in Deutschland auf Platz 14 der Charts. Einen Großteil ihres Lebens setzte sie sich im Kampf gegen die Apartheid ein.


Lieder gegen die Apartheid

Der britische Popsänger Eddy Grant veröffentlicht 1988 einen Anti-Apartheid-Song, der noch Jahrzehntelang später ein Hit sein wird. Als „Gimme Hope Jo´anna“ rauskommt, wurde der Song mit Reggae-Touch von der südafrikanischen Regierung verboten, da es da Apartheidregime anprangerte. Jo´anna steht nicht etwa für einen Frauennamen, sondern für Johannesburg – die größte Stadt Südafrikas. Auch Erzbischof Desmond Tutu wird im Song erwähnt. Das Lied erreicht Platz 7 in den UK-Charts und wurde in Südafrika trotz Verbots verbreitet.


Mit „She“ ist die weiße Regierung gemeint, wie zum Beispiel, „She makes a few of her people happy, oh she don't care about the rest at all.“


Auch das Lied „Nkosi Sikelel´ iAfrika“ (übersetzt „Gott, segne Afrika“) wurde während des Apartheidsregimes verboten. Beim Studentenaufstand in Soweto 1976 sangen es die Protestierenden gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache. Es wurde 1897 von einem Lehrer getextet und 1925 zur Hymne vom African National Congress (ANC). Nach den freien Wahlen 1994 war es eine der Nationalhymne des Landes, heute ist Passagen davon, Teil der neuen Hymne.


Botschafter gegen die Apartheid: Der mehrköpfige Männerchor aus dem Township

Wenn Nelson Mandela einen wirklich wichtigen Termin hatte, waren sie stets dabei: Ladysmith Black Mambazo. Der Männerchor verkörpert die Kultur Südafrikas, die vom Apartheidsregime unterdrückt worden ist. Joseph Shabalala hatte die Gesangstruppe einst in dem kleinen Örtchen Ladysmith gegründet. Der mehrköpfige Männerchor entwickelte sich bald zu einem Botschafter der Anti-Apartheid-Bewegung und wurde auch durch die Zusammenarbeit mit dem US-Musiker Paul Simon bei dessen Welterfolg "Graceland" von 1986 international bekannt. Simon war der erste, der den Chor einem internationalen Publikum bekannt machte. Er produzierte “Shaka Zulu“ mit Ladysmith Black Mambazo. Der Männerchor erhielt ein Jahr später einen Grammy Award. Der Gesangsstil von Ladysmith geht auf die Minenarbeiter zurück.

Am 11. Februar 2020 ist Joseph Shabalala gestorben. Sein Todestag fällt zusammen mit dem 30. Jahrestag der Entlassung von Nelson Mandela aus der Apartheidhaft.


Musikalische Vielfalt

Südafrika hat eine ganze Reihe erstklassigen Musikern verschiedenster Genre zu bieten. Die Indie-Rock-Band „The Parlotones“, die sagen, ihre Vorbilder seien unter anderem die „Beatles“ und die „Rolling Stones“, haben sich 1998 in Johannesburg formiert. Die Band, die aus Johannesburg kommt, hat die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 eröffnet und ihr Song „Come Back As Heroes“ wurde zur ARD-WM-Hymne.


Das offizielle Lied zur Fußball-WM 2010 war aber natürlich Waka Waka (This Time for Africa) von Shakira.


2011 haben The Parlotones bei den African Musik Awards in drei Kategorien abgeräumt und sind im Oktober 2011 als Vorband von „Coldplay“ in Johannesburg und Kapstadt aufgetreten. Inzwischen ist die Band in die USA umgezogen und der Sänger Kahn Morbee wurde 2015 einer der Coaches bei der afrikanischen Version von „The Voice.“

Sänger Kahn Morbee: „Kapstadt ist für mich eine der schönsten Städte der Welt.“

International genauso erfolgreich wie „The Parlotones“, ist auch der südafrikanische Sänger und Songwriter „Jeremy Loops.“ Der 36-Jährige hat 2014 sein Debütalbum „Trading Change“ herausgebracht. Er mach Folk-Musik und spielt Gitarre. Inzwischen hat er verschiedene Preise gewonnen und ging 2016 auf Europa-Tour. Jeremy Loops engagiert sich als Umweltaktivist in der Organisation Greenpop, die er selbst mitgegründet hat.


The White Zulu - Eine Musiklegende

Der charismatische Gitarrist, Komponist und Sänger Johnny Clegg begeisterte sein Publikum mit Rock- und Popsounds in Zulusprache. Dafür trug er auch den Spitznamen „The White Zulu.“ Clegg war der Leadsänger der beiden Bands „Juluka“ und „Savuka.“ Juluka war ein Sextett und die erste „gemischtrassige“ Pop-Gruppe Südafrikas. Sie brachte 1979 ihr erstes Album namens "Universal Men" heraus. Mit dem zweiten Album “African Litany” holte sich die Band zwei Goldene Schallplatten. 1985 gründete Clegg die Band „Savuka.“ Das Lied „Asimbonanga“ vom ersten Album „Third World Child“ war dem damals in Gefangenschaft lebenden Nelson Mandela gewidmet. 2002 kam Cleggs erstes Soloalbum „New World Survivor“ und im Jahr 2010 das Album "Human“ heraus. Im Jahr 2019 verstarb Johnny Clegg im Alter von nur 66 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Sein Sohn Jesse Clegg tritt ebenfalls als Singer-Songwriter auf.


Junge Botschafter Afrikas - Ndlovu Youth Choir Wenn sie auftreten, dann gehen ihre Songs nicht nur in die Beine, sondern auch unter die Haut. Der Ndlovu Youth Choir bewegt mittlerweile weltweit Menschen durch ihre Stimmgewalt. 2009 gegründet, aus dem CHAMP-Kinderförderungsprogramm der Ndlovu Care Group, feiert der Jugendchor seitdem persönliche und internationale Erfolge. Aus seinen bescheidenen Anfängen als außerschulische Tätigkeit hat sich der Chor zu einem herausragenden professionellen Ensemble entwickelt.


Der Gesang des Ndlovu Jugendchor geht unter die Haut

Der Ndlovu Youth Choir hat mit verschiedenen großen Künstlern wie Hermann van Veen oder Claire Johnston gesungen. Eines der größten Highlights des Ensembles war der Auftritt als Finalist bei der amerikanischen Supershow „America’s Got Talent“ 2019. Hier begeisterten sie nicht nur das amerikanische Publikum, sondern bekamen auch weltweit Zuspruch. Südafrika ist stolz auf den „Botschafter eines vereinten Afrikas“. Ein weiterer Höhepunkt der Chorgeschichte war die Produktion des Ed Sheeran-Songs „Shape of you“, begleitet von Wouten Kellermann auf der Flöte. Die individuelle Version dieses Songs wurde für die Grammys eingereicht. Der Ndlovu Jugenchor kann für Veranstaltungen international gebucht werden. Die Kinder- und Jugendarbeit wird weiterhin betrieben und ist Teil des flexiblen Teams des Chors.

Publikumsmagnete in Südafrika

Wenn diese Künstler auftreten, sind die Karten meistens schnell weg: die Bands „Freshlyground“, das Electro-Duo „Goldfish“, der „Ndlovu Youth Choir“ und der Popsänger Jimmy Nevis. Südafrika hat neben den USA auch eine alte Jazz-Tradition. Bekannte Größen sind unter anderem Jonathan Butler, Abdullah Ibrahim, Hugh Maskela und Nduduzo Makhathini. Die Sängerin Zahara präsentiert selbstgeschriebene Soul-Songs auf Xhosa und der Hip-Hopper Jack Parow rappt auf Afrikaans.


Heißer Tipp: Hole Dir Südafrika ins Wohnzimmer und höre Dir die Musik an. Du wirst die Lebensfreude sofort spüren.

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© 2020 by Hanni Heinrich.

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