• Ida Katnic

Erst Hoffnung, jetzt Impfstopp in Südafrika

Südafrika stoppt AstraZeneca-Impfungen. Laut einer Studie wirke der AstraZeneca Impfstoff nur schwach gegen den südafrikanischen Mutanten.


Nach dem kürzlich erreichten Höhepunkt der zweiten Welle, die mit über 20.000 Infizierten am Tag deutlich heftiger ausfiel als noch die erste im Frühjahr 2020, kam mit der ersten Impfstoff-Lieferung am 2. Feburar Hoffnung.

„Die Geschwindigkeit und das Ausmaß, in dem diese neuen Impfstoffe entwickelt wurden, ist beispiellos für die Geschichte der Menschheit“, betont Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa. Und das ist auch dringend notwendig, denn die Mitarbeiter in den Krankenhäusern sind überlastet und das Virus ist mutiert.

„Die neue Variante verbreitet sich schneller als die ursprüngliche“, sagt Professor Tulio de Oliveira vom Forschungsinstitut in Durban. Laut Schätzungen haben sich in den Kliniken im vergangenen Jahr, mehr als 41.000 Pfleger und Krankenschwestern mit dem Corona-Virus angesteckt. Und das Material, wie Schutzmasken und Anzüge, ist weiter knapp. Das Klinikpersonal sollte als erstes mit dem Anfang Februar eingetroffenen Impfstoff versorgt werden. Eine Million Impfdosen kamen vom Serum Institute of India. Südafrika verbindet seit Jahren eine tiefe Freundschaft zu Indien.

Nach der Prüfung und Freigabe durch das südafrikanische Gesundheitsministeriums sollte mit der Impfung bereits Mitte Februar begonnen werden. Anders als geplant will Südafrika Mitarbeiter des Gesundheitswesens zunächst nicht mit dem Corona-Vakzin von AstraZeneca impfen.



Südafrika stoppt Impfungen mit AstraZeneca-Impfstoff.
Südafrika stoppt Impfungen mit AstraZeneca-Impfstoff.

AstraZeneca Impfstoff wirkt nur schwach gegen Covid-19

Die ersten Ergebnisse einer klein angelegten Studie nach Oxford-Angaben zeigt auf, dass der Impfstoff von AstraZeneca nicht umfassend gegen die südafrikanische Corona-Variate wirkt. Laut Studie bietet dieser Impfstoff nur "minimalen Schutz" gegen leichte Verläufe bei Covid-19.

Das Risiko einer schweren Erkrankung sei in der Studie nicht erfasst worden, teilten die Universität Oxford in Großbritannien sowie die Witwatersrand-Universität in Johannesburg mit.

AstraZeneca und die Uni Oxford arbeiten bereits daran, ihr Vakzin den kursierenden Virus-Varianten weiter anzupassen. Laut AstraZeneca soll der Impfstoff nun so angepasst werden, dass er auch bei der Südafrika-Mutante wirksamer ist.

Die zuerst in Südafrika entdeckte neue Variante des Coronavirus ist nach Angaben des Gesundheitsministers Mkhize mittlerweile für mehr als 90 Prozent der Corona-Infektionen in dem Land verantwortlich.


Corona-Impfstoffe und Finanzierung durch COVAX

Nach der Lieferung der ersten Million Impfdosen des Herstellers AstraZeneca,

sollen bereits Ende des Monats weitere 500.000 Dosen folgen.

Im Laufe des Jahres erwartet Südafrika insgesamt zwölf Millionen Impfdosen mit Hilfe der sogenannten COVAX Impfiniative. Damit sich auch ärmere Länder den Corona-Impfstoff leisten können, wurde die Impfinitiative COVAX unter der

Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation WHO in Leben gerufen. Darin sind 190 Staaten zusammengefasst, die sich in sogenannte Geber- und Nehmerstaaten aufteilen. Dadurch sollen ärmere Länder, eben auch Südafrika, den Impfstoff vergünstigter erwerben können, in dem sie von reicheren Ländern subventioniert werden.

Von den zwölf Millionen Dosen sollen 9 Millionen vom US-Konzerns Johnson & Johnson kommen. Der Impfstoff des US-Herstellers wird gerade geprüft und steht in Europa kurz vor der Notzulassung. Und einen Vorteil hat das neue Präparat gegenüber den bisherigen, denn anders als die Corona-Impfstoffe der Hersteller Biontech, AstaZeneca und Moderna, muss der er nur einmal verabreicht werden.

Darüber hinaus sollen noch 20 Millionen Dosen vom Impferwerbsteam der

Afrikanischen Union kommen. Der Plan der südafrikanischen Regierung ist es, bis Ende des Jahres, rund 40 Millionen der Menschen im Land zu impfen. Das entspricht 67 Prozent bei 60 Millionen Einwohner Südafrikas.


Weitere afrikanische Staaten profitieren

Für den gesamten südafrikanischen Kontinent wurden rund eine Milliarde

Impfstoffdosen gesichert. Davon 700 Millionen aus der COVAX-Einrichtung und 300 Millionen durch das Impferwerbs-team der Afrikanischen Union. Sieben Millionen Impfstoffe kamen durch eine Spende des afrikanischen Telekommunikationsunter-nehmens MTN zustande. Sie sollen an Südafrikas Nachbarländer wie Namibia, Lesotho, Namibia und Simbabwe, verteilt werden.


Impfbereitschaft in der Bevölkerung

Südafrika hat bisher rund 1,45 Millionen bestätigte Corona-Fälle und mit circa 41 Prozent der Infizierten, die höchste Rate an Infizierten aller 54 afrikanischen Länder. Kürzlich wurde an der Universität in Johannesburg eine Betrachtung mit 10.000 Südafrikanern durchgeführt. Dort gaben 67 Prozent der Erwachsenen an, dass sie sich definitiv oder wahrscheinlich impfen lassen, 15 Prozent wären sich noch unschlüssig und 18 Prozent lehnen eine Impfung komplett ab. Natürlich ist das bei 60 Millionen Einwohnern aber keine wirklich repräsentative Studie, sondern eher eine Richtungsweisung. Um die Impfbereitschaft weiter anzukurbeln, hat die südafrikanische Bevölkerung eine Social-Media Kampagne mit den Hashtags #VacciNation und #ListenToTheExperts gestartet.

Heißer Tipp: Kapstadt und Südafrika haben strenge Hygienevorschriften. Vieles wird beachtet, um sich und andere zu schützen. Erfahre hier alles über Hygienekonzepte in Kapstadt.


39 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen