• Ida Katnic

Zama Mofokeng und das Guinnessbuch der Rekorde

Der Akrobat Zama Mofokeng hat seine Schüchternheit überwunden und es mit 34 einhändigen Saltos hintereinander im Jahr 2017 ins Guinnessbuch geschafft. Heute unterrichtet er Sport und ist auch eine Art Life-Coach.


Nur mit der rechten Hand stützt er sich ab. Zwischen den sogenannten Flips liegen nicht mehr als drei Sekunden. Seine Begeisterung für den Sport will der 29-Jährige, der gerade eine Ausbildung zum Gymnastik-Coach macht, nun an Kinder und Jugendliche in seinem Township weitergeben und sie damit von Gewalt und Straßenkriminalität fernhalten.

„Ich wünsche mir, dass auch sie eines Tages ins Guinnessbuch der Rekorde kommen“, sagt der junge Mann, der in Tembisa bereits eine Berühmtheit ist.

Rekordhalter seit 2017 mit 34 einhändigen Backflips

Der Beste werden

Mit zehn Jahren beobachtet Zama Mofokeng andere Jungs, wie sie in der Pause Akrobatik machen und Sprünge üben. Der eher zurückhaltende Junge will

dazugehören und probiert es selbst aus, obwohl er anfangs, wie er selbst sagt, Angst hatte, sich dabei zu verletzten. Zama ist ehrgeizig, trainiert viel und wird schnell der Beste. Später weicht er mit einem Freund in den Park aus und macht mit ihm kleine Battles zum Spaß. Als er eines Tages auf der Straße übt, verletzt er sich mit einer Glasscherbe an der linken Hand. Um nicht aus der Übung zu kommen, trainiert der leidenschaftliche Sportler mit nur einer Hand weiter und bleibt dabei. Diese Fügung des Schicksals macht sein Talent – nur mit einer Hand die Sprünge zu schaffen, zu etwas ganz Besonderem.

„Ich arbeite an meinen Träumen“


Der Beste der Welt

Der Akrobat wächst in einfachen Verhältnissen im Township Tembisa in der südafrikanischen Provinz Gauteng auf. Die Familie wohnt zu Fünft in einem Haus mit vier Zimmern. Dazu gehören seine Eltern Nonklahla Precious und Francis Kgafela,

seine jüngere Schwester Mbali, sein jüngerer Bruder Tshiamo sowie seine Cousine Dudu. „Meine Cousine war quasi wie eine ältere Schwester“, erzählt er. Seine Eltern haben ihn immer beschützt und wollten, dass er erfolgreich wird. Jetzt, wo er es geschafft hat, erzählt Zama, seien sie sehr stolz auf ihn. „Sie haben mir gesagt, dass sie nicht geglaubt hätten, dass etwas, was als eine Art Theaterstück begann, in einer Weltrekordleistung endet“, erzählt der 29-Jährige. Sie bestärkten ihn darin, dass es für jemanden, der der Beste der Welt in etwas werden könne, keine Situation gebe, die er nicht besiegen könne. „Ich arbeite an meinen Träumen“, sagt der junge Mann

selbstbewusst. Dafür trainiert Zama, der bisher weder verheiratet ist und Kinder hat täglich. Irgendwann möchte er seinen eigenen Rekord brechen. Unterstützend zur Seite steht ihm dabei sein Mentor und Coach Thato Morubane. Er ist von Zamas Leistung von Anfang an beeindruckt und hilft ihn dabei, sein Talent weiter zu fördern.


Rekord verändert sein Leben

Sollte er tatsächlich seinen eigenen Rekord brechen, wird Zama sich auch ein zweites Mal beim Guinnessbuch-Komitee bewerben. Beim ersten Mal ist er auf die Startseite gegangen, hat sich mit einem Account angemeldet und geschaut, ob es diesen Rekordversuch schon gab. Da es denn aber noch nicht gab, hat er einen neuen Datensatz angelegt und darin genau beschrieben, was er kann. Das Komitee fand ihn interessant, hat ihn nach drei Monaten genehmigt und ihm dann Anweisungen gegeben, was er tun soll. Nach dem geglückten Rekordversuch, bei dem ein lokaler Gymnastik-Coach vor Ort war, hat er das Zertifikat erhalten. Danach ist der Sportler in verschiedenen Medien, vor allem in der lokalen Tageszeitung „Tembisan“ erschienen und in der Sendung „The Episode of the Year“ aufgetreten. Durch den Eintrag im Guinnessbuch, erzählt Zama, habe er interessante Menschen kennengelernt, wie den anderen südafrikanischen Guinnessbuch-Rekord-Halter Vernon Kruger, der zwei Monate in einem Holzfass gelebt hat. „Ich unterstütze andere Sportler“, erzählt er.


Mit Leidenschaft Jugendlichen helfen

Zama möchte seine Leidenschaft für den Sport mit anderen teilen und seine Erfahrung weitergeben. Daher unterrichtet er die Kinder in seinem Township in Gymnastik und Akrobatik. Inzwischen sind rund 76 Jugendliche, vorwiegend Jungen, im Alter von zehn bis 17 Jahren in der Trainingsgruppe. „Ich wünsche mir, dass sie eines Tages selbst einen Rekord brechen“, sagt er. Darüber hinaus möchte er mit dem Training erreichen, dass sie von den Straßen, auf denen häufig Gewalt und Kriminalität herrschen wegkommen und ihre Freizeit sinnvoll gestalten. Eine Sache, erzählt er, fehle aber noch. Und zwar eine geeignete Trainingsstätte. So wie Zama seinen Traum geträumt und gelebt hat, so wünscht er es sich auch für die Kinder seiner Gemeinde.


"Ich wünsche mir, dass sie eines Tages selbst einen Rekord brechen"

Zama bietet Freizeitgestaltung und trainiert Kinder und Jugendliche in Tembisa.

Heißer Tipp: Mit seinem Rekord gehört Zama Mofokeng zu den Superlativen Südafrikas.


11 Ansichten

© 2020 by Hanni Heinrich.

  • YouTube
  • Pinterest DeinKapstadt
  • Facebook Social Icon
  • Instagram