• Ida Katnic

DeinKapstadt Trinkgeld-Guide für Südafrika

Wir verraten Dir, warum Trinkgeld wichtig ist und wieviel Trinkgeld Du für welche Dienstleistung geben solltest.


Trinkgeld ist jedem Land anders. Und ein kniffliges Thema. Wenn Du zum ersten Mal Kapstadt bzw. Südafrika besuchst, fragst Du Dich vielleicht schon im Vorfeld, wie das mit den Trinkgeld-Regeln aussieht. Was kann ich für welche Dienstleistungen geben und welche Summe ist angebracht? Warum Du Trinkgeld geben solltest? Seit Januar 2019 haben Arbeiter in Südafrika Anspruch auf einen Mindestlohn von R20 pro Stunde. Das entspricht bei einer 40-Stunden-Woche etwa R3.500. Das entspricht aktuell knapp 200 Euro. Daher ist jeder angewiesen auf angemessenes Trinkgeld.

Wir haben hier ein paar Richtlinien für Dich zusammengefasst, damit Du bei diesem Thema nicht ins Fettnäpfchen trittst, denn gerade im Tourismusbereich und in der Gastronomie verdienen die Menschen wenig und sind auf die Trinkgelder angewiesen.


Trinkgeld in Restaurants, Cafés und Bars

Die südafrikanische Küche zeichnet sich durch exzellentes Essen für einen Spitzenpreis aus. Die Servicekräfte sind stets bemüht, den Kunden alle Wünsche von den Lippen abzulesen. Je besser der Service, desto höher der Verdienst, denn das Personal lebt vom Tip, dem Trinkgeld . Anders als beispielsweise in den USA, werden hier nicht 20 Prozent des Endbetrages als Trinkgeld gegeben, sondern üblicherweise 10 Prozent der Rechnungssumme, mehr ist bei sehr gutem Service willkommen. Bezahlt der Kunde mit EC- oder Kreditkarte, wird das Trinkgeld in der Regel bar an den Kellner gezahlt, da viele Betriebe das Trinkgeld später nicht rausrechnen können bzw. der Aufwand zu hoch wäre.

Der Stundenlohn für Kellner in Südafrika ist verschwindend gering. Sie leben vom Trinkgeld.

Trinkgeld im Hotel und Bed&Breakfast

Wird Dein Zimmer im Hotel oder im B&B täglich gereinigt – das Bett frisch gemacht und die Handtücher gewechselt, sind R100 als Dankeschön für das Zimmermädchen durchaus üblich, da die Angestellten dort als Grundgehalt nicht viel verdient.


Trinkgeld für Tour- und Safari-Guides

Die komplette Tourismusindustrie lebt von Trinkgeldern, da die Löhne hier besonders niedrig sind. Wenn also ein Tourguide oder Ranger besonders eifrig nach einem selten Tier Ausschau hält und Du tatsächlich bei der Safari ein Nashorn, einen Löwen oder eine Giraffe siehst, sollte Dir dieses einmalige Erlebnis auch mal R100 wert sein. Ansonsten ist bei einer Safari R50 für den Fahrer bzw. Fahrer und Guide üblich. Bei den sogenannten Free Walking Tours, die in Kapstadt von unterschiedlichen Anbietern durchgeführt werden, ist es üblich für eine zweistündige Tour R100 zu geben, da der Guide davon noch Prozente an die Agentur bezahlen muss.


Trinkgeld für Tankstellenkräfte

In Südafrika ist es an den meisten Tankstellen üblich, dass nicht der Fahrer des Wagens das Auto betankt, sondern die Tankwarte. Für diesen Service wird empfohlen, R5 zu zahlen. Wird dabei die Windschutzscheibe gereinigt oder das Kühlwasser überprüft, sind Angestellten R10 für den Komplettservice angemessen. Gelegentlich passiert es auch, dass es Leute gibt, die die Windschutzscheibe an Ampeln oder auf einem Parkplatz reinigen und man dies erst bei der Rückkehr bemerkt. Diesen Service muss man nicht bezahlen, aber wenn es einen wirklichen Mehrwert hat und man zufrieden ist, kann man R5 geben.

Trinkgeld für inoffizielle Parkwächter


Car Guard Joseph bei der Arbeit in Kapstadt

Stellst Du dein Auto in Kapstadt oder irgendwo in Südafrika ab, kommen die inoffiziellen Parkwächter sofort angerannt, denn Parkuhren, wie wir sie kennen, gibt e selten. Die Parkwächter helfen Dir gerne beim Ein- oder Ausparken. Aber vor allem stellen sie sicher, dass dein Auto nicht geklaut oder aufgebrochen wird. Ihren wachsamen Augen entgeht nichts, so dass sie jedes an- und wegfahrende Fahrzeug sofort im Blick haben, flink reagieren und ständig auf Achse sind. Es besteht zwar keine Pflicht etwas zu geben, aber die Autofahrer geben für mehrere Stunden R10 und für ein paar Minuten R2 bis R5. Es empfiehlt sich, immer genug Kleingeld dabei zu haben.



Uniform und Scanner der offiziellen Parkwächter in Kapstadt

Die offiziellen Parkwächter erkennt an der orangefarbenen Uniform und einem digitalen Zähler. Sie arbeiten unter der Woche i.d.R. zwischen 8 und 17 Uhr, scannen jedes parkende Auto und stellen sicher, die Parkgebühren werden bezahlt.

Wer sie nicht zahlt, dem kann eine saftige Strafe ins Haus flattern. Seit der Coronakrise ist das Parken in der Innenstadt etwas günstiger geworden, zwei Stunden kosten zwischen R27 und R35.

Trinkgeld ist bei offiziellen Parkwächtern nicht üblich.

Trinkgeld in Friseur- und Beautysalons

Gehst Du in Südafrika zum Friseur, ist es gar nicht unüblich, dass Du gleich von zwei netten Mitarbeiterinnen im Salon bedient wirst. Häufig ist die eine fürs Styling und Schneiden verantwortlich, die andere wäscht Deine Haare. Für den Service des Haarewaschens kannst Du ihr gerne R10 bis R20 geben. Bist Du am Ende des Besuchs mit dem Ergebnis zufrieden, geben viele ebenfalls ein kleines Trinkgeld, das individuell sein kann, etwa indem Du den Betrag zum Beispiel – ähnlich wie bei uns – aufrundest. Bei Kosmetiksalons ist es ebenfalls gängig, wenn Dir der Service rundum gefallen hat, R10 bis R20 Trinkgeld zu geben.


Für den Service des Haarewaschens kannst Du gerne R10 bis R20 geben.

Trinkgeld für Taxi- und Uber-Fahrer

Fährst Du in Kapstadt bzw. Südafrika mit dem Taxi oder Uber, was gerade nachts sehr zu empfehlen ist, dann ist es üblich, den Rechnungsbetrag beim Taxi aufzu-runden. Die Uber-App fragt Dich, ob Du nach der Fahrt zufrieden warst und schlägt beispielsweise R5 oder R10 als Trinkgeld vor. Je nachdem, wie lange Du auf ihn

warten musstest, wie gut und komfortabel die Fahrt und wie sauber das Fahrzeug war, kannst Du selbst entscheiden, wie viel Du dem Fahrer geben willst.

Heißer Tipp: Wenn Du in Südafrika in ein Restaurant gehst, ist es dort üblich an den Platz geführt zu werden. Schilder mit „Please wait to be seated“ weisen darauf hin. Wer ein bestimmtes Restaurant zur Hauptsaison besuchen möchte, sollte sich vorher besser informieren, ob es nicht doch sinnvoll sein könnte, dort vorab einen Tisch zu reservieren, um den Anfahrtsweg nicht umsonst in Kauf zu nehmen. In den allermeisten Restaurants Südafrikas gibt es keinen Dresscode. Die Südafrikaner laufen in der Regel selbst gerne in entspannter und leger Kleidung herum.


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